05 Nov 2012

Bilanzoptimierung durch Factoring

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Durch verschiedene alternative Finanzierungsinstrumente lassen sich neben dem originären Finanzierungseffekt auch weitere Vorteile erzielen. So ist eine „off-balance“ Finanzierung wie das Factoring für viele Unternehmen auch wegen des positiven Bilanzeffektes interessant.

Factoring als Kreditsubstitut

Factoring wird als Kreditsubstitut in der Wirtschaft immer begehrter. Wir haben in vorherigen NEWSBLOG -Einträgen bereits darüber berichtet. Dass Factoring eine Sonderform der Fremdfinanzierung und eine Alternative bspw. zu einem Bankkredit ist, liegt auch an der unterschiedlichen Struktur und Rechtsgrundlage. So entbehrt ein Factoring dem beim Kredit üblichen Schuldverhältnis zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber.

Beim Factoring kauft der Factor die Forderungen eines Unternehmens an. Dadurch werden gewährte Zahlungsziele sofort liquidiert. Zudem kann das Unternehmen je nach Wahl des Factoringproduktes gewisse Dienstleistungsfunktionen, wie etwa die Zahlungsüberwachung durch den Factor, nutzen. Ein wesentlicher Vorteil, der Unternehmen durch die Nutzung von Factoring entsteht, ist, dass alle Forderungen zu 100% vor Forderungsausfällen geschützt sind. Allerdings verbleibt das Risiko des Forderungsausfalls im Rahmen des sog. „unechten Factoring“ beim Unternehmen.

Bilanzoptimierung durch Factoring

Die Möglichkeit zur Bilanzoptimierung am Stichtag durch Factoring lässt sich am besten in zwei Schritten nachvollziehen:

1.  Der positive Bilanzeffekt entsteht durch den bereits oben erwähnten Verkauf der Forderungen. Diese erscheinen nicht mehr in der Bilanz. Dafür steigt das Bankguthaben durch die Liquidierung bzw. Auszahlung des Factors. In der Regel beträgt diese 80% – 90% der Netto-Rechnungswerte. Bilanziell hat also ein Aktiv-Tausch stattgefunden.

2. Das freigesetzte Kapital kann vom Unternehmen nun dazu genutzt werden Bankverbindlichkeiten oder Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten zu tilgen. Letzteres ist ein wesentlicher Vorteil, der durch Factoring als alternativer Finanzierungsform zum Bankkredit entsteht. Gegebenenfalls sind so auch Skontierungen möglich. Bilanziell ergibt sich nun also eine Bilanzverkürzung durch den Abbau der Forderungen auf der Aktivseite und dem Abbau von Verbindlichkeiten auf der Passivseite. Da – ceteris paribus – das Eigenkapital unverändert geblieben ist, verbessert sich durch die reduzierte Bilanzsumme unter anderem die Eigenkapitalquote. Dies kann wiederum zur Einhaltung von Covenants oder besseren Refinanzierungskosten führen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Ausführungen zum Factoring und die Aufzählung von Vorteilen nicht erschöpfend und abschließend sind. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass auch mit anderen alternativen Finanzierungsinstrumenten, etwa einer Einkaufsfinanzierung, positive Bilanzeffekte erzielt werden können.

Wir unterstützen Sie als Factoring Makler sowohl bei der Auswahl und dem Setup als auch bei bereits bestehenden Programmen. Wir unterstützen Sie ferner bei der Modellierung von herkömmlichen Betriebsmittelkrediten und anderen alternativen Lösungen, wie etwa Forfaitierung. Nehmen Sie gerne Kontakt auf: http://www.vanteef.de/kontakt/

(Quellen: Wöhe (Günter), »Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre«, 23., vollständig neu bearbeitete Auflage, München 2008;  Perridon (Louis) / Steiner (Manfred), »Finanzwirtschaft der Unternehmung«, 14., überarbeitete und erweiterte Auflage, München 2007.)
(Suchwörter zu diesem Artikel: Factoring, Forderungsausfall, Kreditversicherung, Warenkreditversicherung, echtes Factoring, unechtes Factoring, stilles Factoring, Factoring Makler, Forfaitierung)

 

 

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